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TocTok - Alle haben ein Recht auf Wohnen

"Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen" (Artikel 25, Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) 

Was bedeutet Wohnungsnot in Südtirol, Italien und Europa?

In Südtirol (Astat-Daten aus dem Jahr 2018)

  • 20,1 % (105.164 Personen) sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht 
  • Schätzungsweise 500-700 Obdachlose

"Laut einer Erhebung des ASTAT aus dem Jahr 2011 gab es in Südtirol 12.499 Zweitwohnungen für touristische Zwecke – entsprechend 44% der nicht ständig bewohnten Wohnungen. Bei den restlichen 56% nicht bewohnter Wohnungen handelt es sich also um leerstehende Wohnungen und Zweitwohnungen ohne Urlaubszweck. Wir sprechen also von rund 15.000 Wohnungen bzw. 7% aller Wohnungen." (AFI-IPL Zoom, 15|2017: Soziale Gerechtigkeit durch Wohnungspolitik)

"2014 leben in Südtirol 18.487 (8,7% der Haushalte) in einer Wohnung, die laut den Kriterien des Landes als unangemessen gilt. Von diesen letzteren sind 5.134 Haushalte aufgrund ihres Einkommens armutsgefährdet, während 13.353 ein mittleres oder hohes Einkommen beziehen, aber dennoch in einer als unangemessen eingestuften Wohnung leben." (ASTAT, 2015: Situazione reddituale e patrimoniale delle famiglie in Alto Adige - 2013-2014)

In Italien (Istat-Daten aus dem Jahr 2015)

  • 50.724 Obdachlose
  • 85,7% Männer
  • 14,3% Frauen
  • 58,2% sind MigrantInnen
  • 75,8% sind unter 54 Jahre alt

In Europa (Daten aus dem Jahr 2015)

  • 700.000 obdachlose Menschen jede Nacht in Europa
  • 70% mehr als vor 10 Jahren
  • Das Europäische Parlament ruft die EU und die Mitgliedstaaten auf, Obdachlosigkeit in der Union bis 2030 zu beenden.

Besonders gefährdet sind Menschen…

  • mit geringem Einkommen
  • mit gesundheitlichen Problemen
  • mit Psychische Auffälligkeiten
  • mit Suchterkrankungen
  • die Schicksalsschläge oder Brüche in ihrer Lebensgeschickte erlebt haben
  • mit eingeschränkten beruflichen Perspektiven
  • die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung/Geschlechtsidentität diskriminiert werden
  • Flüchtlinge und Migranten mit und ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung 

Modell Housing First 

Housing First ist ein relativ neues Modell in der Obdachlosenbegleitung. Es stellt das Recht auf Wohnen an die erste Stelle. Demnach wird Menschen, die in Not geraten sind, zuallererst eine sichere Unterkunft zur Verfügung gestellt, anstatt sie in Form eines Stufenmodells zum eigenständigen Wohnen hinzuführen. Die Begleitung im Hinblick auf die soziale Wiedereingliederung erfolgt immer in Absprache mit den Betroffenen. Die bisherigen Erfahrungen mit diesem neuen Ansatz sind vielversprechend: In den meisten Fällen erreichten die Betroffenen eine bessere Integration auf sozialer Ebene und ihr Gesundheitszustand verbesserte sich nachhaltig, sowohl körperlich als auch geistig.

Mehr erfahren über Housing First in Italien.

Was kann ich tun 

Jede und jeder kann sich einsetzen!

Vorurteilen entgegenwirken und sensibilisieren
Es ist wichtig, nicht zu verurteilen und sich über Fakten informieren. Informationen gibt es in den Beratungsdiensten der Caritas oder auch im direkten Gespräch mit den Menschen, die in Not sind. Die Informationen mit Nachbarn und Bekannten zu teilen, hilft, um gängigen Vorurteilen entgegenzuwirken.

Freiwilliger Einsatz
In Not geratene Menschen brauchen auch nach dem Einzug in eine Wohnung oftmals Begleitung (z.B. bei Vertragsabschlüssen, Behördengängen und verschiedenen Alltagssituationen). Die Mitarbeiter der Dienststelle Pfarrcaritas und Freiwilligenarbeit beraten gerne bei der Suche einer geeigneten Freiwilligenarbeit.

Spenden
Geld- und Sachspenden wie Kleidung, Decken, Schlafsäcke helfen obdachlosen Menschen nicht nur gegen die Kälte, sondern zeigen ihnen auch, dass sie nicht allein gelassen werden.

Wohnraum zur Verfügung stellen
Ein Zimmer oder eine Wohnung, auch nur für einen befristeten Zeitraum, hilft, schwierige Situationen zu überbrücken und bewahrt Menschen in Not vor der Straße.

Werde Freiwillige*r bei der Caritas im Bereich Wohnen, Wohnbegleitung und Obdachlosigkeit

  • Domus 
    Menschen, die aus wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Gründen weder auf dem freien noch auf dem geförderten Mietmarkt eine finanzierbare Unterkunft finden, bekommen hier einen Platz und Unterstützung, um die eigene Situation nachhaltig zu verbessern. 
  • Wohnbegleitung
    Die WohnbegleiterInnen unterstützen Flüchtlinge bei der Wohnungssuche und vermitteln zwischen Vermietern und Mietern. Sie stehen beiden auch dann noch beratend zur Seite, wenn die Mietverträge bereits unterschrieben ist.
  • Haus Miriam 
    ... bietet im Rahmen eines Programms zur Wohnunterstützung und sozialen Integration 10 Schlafplätze in Brixen an, hauptsächlich für Menschen mit Migrationshintergrund, die trotz Arbeit keine Wohnmöglichkeit finden. 
  • IntegrationspartnerInnen 
    ... helfen Menschen mit Migrationshintergrund, sich in der Südtiroler Lebenswelt zurecht zu finden und sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. In einer Art Vermittlerrolle fördern sie den Austausch und den Dialog vor Ort, den Aufbau von sozialen Kontakten und das gegenseitige Verständnis. Die Integrationspartner*Innen werden von der Caritas ausgebildet und begleitet. 
  • Essensausgabe „Clara“ und „Maria Hueber
    In den beiden Essensausgabestellen der Caritas, „Maria Hueber“ in Brixen und „Clara“ in Bozen helfen Teams von Freiwilligen mit, um bedürftigen, vielfach eingewanderten Mitbürgern ohne soziales Netz, warme Mahlzeiten auszugeben. Sie heißen die Gäste jeden Tag willkommen, geben die Mahlzeiten aus und haben ein offenes Ohr für die Gäste.

Flashmob in Zusammenarbeit mit...

Casa Arché
Casa Margaret
Jugenddienst Meran
Jugenddienst Unteres Eisacktal
Jugendkirche Meran | Chiesa dei giovani Merano
Jugendtreff Obermais
Jugendzentrum Naturns
Jugendzentrum Jugend Cultura Unterland 
Junior Branch CISV Trento
Kolpingjugend
Pfarrei Bozen Dom
Pfarrei Gries
Scout Agesci Bolzano 2
Scout Agesci Merano 1
VKE 
Volontarius

 

 


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