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Armut und ihre Folgen

In einem Kapitel der Laureatsarbeit „Side by Side – Die internationale Dimension der Sozialen Arbeit am Beispiel Sambia“, welche zwei Studentinnen der Freien Universität Bozen, Sophie Porru und Sara Vitroler, verfasst haben, geht es um die Armut und ihre Folgen.

In den modernen Gesellschaften der Welt wird Armut eindeutig negativ bewertet. Der Wunsch eines jeden Menschen ist es, die Armut zu überwinden und es wird versucht den Armen zu helfen. Doch wer kann als arm bezeichnet werden? Armut wird mit Unterentwicklung und Tradition in Verbindung gebracht, wirtschaftliches Wachstum wird mit Entwicklung gleichgesetzt. Vor einigen Jahren wurde angenommen, die Armen könnten allein durch wirtschaftliches Wachstum die Armut überwinden und das traditionelle Verhalten ablegen. Die internationale Entwicklungshilfe wurde als Mittel gesehen, welches zum Durchbruch des Teufelskreises führen sollte. Später wurde der maßgebliche Einfluss sozialer Strukturen belegt und Armut wurde nicht mehr auf individuelles Verhalten zurückgeführt, sondern es wurde erwiesen, dass Armut durch gesellschaftliche Institutionen bestimmt wird. (vgl. Sobottka 2009, S. 137f.) Somit ist die Frage der Armut „zugleich die Frage nach den gesamten gesellschaftlichen Strukturen in (einer) Region“. (Sobottka 2009, S. 139)

Wenn man nach einer Definition von Armut recherchiert gibt es unzählige Hinweise dazu. Im Allgemeinen wird unterschieden zwischen absoluter Armut, relativer Armut und gefühlter Armut.

Absolute Armut: Die absolute Armut ist dadurch gekennzeichnet, dass ungenügend Mittel zur Verfügung stehen, um lebenswichtige Grundbedürfnisse zu stillen. Als Indikator zur absoluten Armut wird meist die 1 Dollar pro Tag-Grenze verwendet. Für die Bevölkerung der westlichen Welt ist ein Leben in absoluter Armut, ein tagtäglicher Überlebenskampf, kaum vorstellbar. (vgl. http://www.armut.de/definition-von-armut_absolute-armut.php?mysid=nhldkfpu)%20)

Relative Armut: Die relative Armut wird im Vergleich zum Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft gemessen. Es besteht eine Unterversorgung an materiellen wie auch immateriellen Gütern und eine Beschränkung der Lebenschancen. Das finanzielle Einkommen ist nur ein Indikator unter vielen, die relative Armut basiert auf der Vorstellung sozialer Ungleichheit. (vgl. http://www.armut.de/definition-von-armut_relative-armut.php?mysid=nhldkfpu)

Gefühlte Armut: Die gefühlte Armut misst sich an einem subjektivem Gefühl und Bewusstsein von Betroffenheit. Die Menschen empfinden sich als arm, wenn sie sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation diskriminiert oder ausgegrenzt fühlen. Hier kann auch von sozio-kultureller Armut gesprochen werden. (vgl. http://www.armut.de/definition-von-armut_gefuehlte-armut.php?mysid=nhldkfpu)

 

Armut kann also als Einschränkung in den Lebenschancen und als Benachteiligung am gesellschaftlichen Leben bezeichnet werden. Zur Definition von Armut werden verschiedene Indikatoren, wie die Versorgung mit Nahrung oder die Versorgung mit Geld, verwendet. Doch von einer einheitlichen Definition kann nicht die Rede sein. Die Vorstellung von Armut kann zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen oder von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich sein und basiert auf normativen Vorstellungen. Ein Index, der zur Beschreibung von Armut verwendet wird ist der Human Development Index (HDI). (vgl. Sobottka 2009, S. 139-142) Die meisten Menschen, die von bitterster Armut betroffen sind, leben in den ländlichen Gegenden der sich entwickelnden Länder. Bauern müssen Jahr für Jahr um das Überleben kämpfen und versuchen, das Beste aus ihrem Boden herauszuholen. (vgl. Niggli 2008, S. 62) Viel zu viele Menschen, die eben machtlos sind, werden Opfer der Geschäftemacher. Auch in den armen Ländern der Welt hat sich die Abhängigkeit von Geld und Lohnarbeit etabliert. Fast alles, was der Mensch zum Leben braucht, wird heute als Ware oder Dienstleistung gekauft. Nicht alles kann und soll modernisiert werden. Die Menschen hatten ihren Garten und konnten davon leben, ihre Häuser bauten sie selbst. Vielleicht ist „das Beharren auf den eigenen Garten, der eigenen Sprache, der eigenen Fähigkeit, zu heilen und zu helfen und zu bilden“, die einzige Rettung. (vgl. Gronemeyer/Rompel 2008, S.175-178)

 

Kritiker der Entwicklungshilfe behaupten, Afrika leide an zu viel davon, nicht an zu wenig. Die Entwicklungshilfe habe die afrikanischen Staaten in die Abhängigkeit getrieben und hätte somit negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Staaten. Auf der anderen Seite sprechen die Afropessimisten, welche behaupten, Afrika wäre die Misere selber zuzuschreiben. Sie glauben, der Kolonialismus habe die traditionellen afrikanischen Gesellschaften nur zu wenig verändert. Sicherlich hat das Zusammenspiel von externen wie internen Faktoren die aktuelle Situation Afrikas gestaltet, internationale Gegebenheiten wie die Konstellation des Weltmarkts spielen natürlich eine Rolle. (vgl. Niggli 2008, S. 125ff.) Das Interesse an Afrikas Rohstoffen ist wieder gestiegen. Erdölkonzessionen, wirtschaftliche Vorteile oder eine politisch-militärische Kooperation liegen in den Interessen vieler Länder, der Einfluss Chinas wirkt sich auf Afrika verheerend aus. Doch die Gelder, die dort hineinfließen, können zum größten Teil Schmiermittel genannt werden, von Entwicklungshilfe kann nicht gesprochen werden. (vgl. Niggli 2008, S. 133-136)

Wer sich näher für die Abschlussarbeit interessiert kann sich bei youngCaritas melden. Tel. 0471 304333 oder info@youngcaritas.bz.it

 

 

 


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